Gartenbauverein Riedering

 

Die Vereins-Chronik


Pfarrer Josef Zurrer, 1886 bis 1916 in Riedering, galt als ein Fachmann im Obstbau. Als solcher war er nach mündlicher Überlieferung 1903 Initiator zur Gründung eines Obstbauvereins.

Andere Berichte nennen den von 1902 bis 1911 in Riedering tätigen Lehrer Heribert Bernstetter als Mitbegründer und ersten Vorstand. Sicher dürfte sein, dass beide, Pfarrer und Lehrer, in Riedering positiv im Sinne des Obst- und Gartenbaus wirkten.

Von 1911 bis zu seinem Tode 1938 leitete Sebastian Loferer, Noichlbauer von Schlipfing, mit viel Idealismus und Sachkenntnissen den Verein, der auch den Bereich Neukirchen einschloss.

Neun Mitglieder beschlossen 1924 – sicher aus der Notlage der Nachinflationszeit- eine Obstmosterei zu erstellen. Jeder der Beteiligten hatte 200 Reichsmark aufzubringen, außerdem je 2 Kubikmeter Eichenholz, aus dem der Rosenheimer Schäffler Burgmeier sechs Fässer mit einem gesamten Fassungsraum von 25-30 Hektolitern anfertigte.

Die Namen der neun Gründer der Kelterei sind überliefert:

Loferer Sebastian , Schlipfing                    Grünwald Josef, Untermoosen

Grünwald Korbinian, Untermoosen             Hamberger Josef, Obermoosen

Hamberer Georg, Tinning                          Knoll Sebastian,Gögging

Straudacher Johann, Tinning                     Weigl Georg, Beuerberg

Zöllner Josef, Untermoosen

Kellermeister war der Grünwald „Kurbi“ von Untermoosen. Wegen Raummangel wurde die vorher beim Gasthaus Schießl befindliche Mosterei aufgelassen und unter erheblichen Opfern ein neues Gebäude an der Simsseestraße mit größerem Keller erbaut. Das Grundstück war von Lorenz und Maria Stürzer an die neun Genossen für 50 Goldmark am 20.3.1925 verkauft worden.

Darin wurde erstmalig auch eine Brennerei eingerichtet.

Von 1928 bis 1933, in der Zeit wirtschaftlichen Rückgangs und steigender Arbeitslosigkeit, ging der Absatz der Produkte so zurück, dass der Betrieb eingestellt und die Kelterei und Brennerei samt Inventar an Josef Zöllner verkauft werden musste. Die Genossenschaft war damit aufgelöst, aber der Obstbauverein bestand weiter.

Das Vereinsleben wurde durch Vorträge, Aussprache und Ausstellungen aktiviert. Als Preise gab es damals Taler und Urkunden.

Vorstand ab 1938 war Johann Zöllner von Untermoosen. Neuer Vorsitzender nach 1945 war der Neukirchner Hauptlehrer Andreas Rothmund. Unter seiner Leitung entstand 1949 der eigenständige Obst- und Gartenbauverein Neukirchen.

Paul Schauer, der Schwiegersohn des Sebastian Loferer von Schlipfing wurde 1949 neuer Vorstand in Riedering.

Durch die von Paul Schauer und Hermann Seibold (Fachberater beim Landratsamt Rosenheim) angeregte Gründung der Obstverwertungsgenossenschaft Rohrdorf und weiteren Initiativen erlebte der Obstbau und vor allem auch der Blumenschmuck bedeutenden Aufschwung.

Nach dem plötzlichen Tod von Paul Schauer übernahm Thomas Pummerer 1997 das Amt des neuen Vorsitzenden.

Neben dem Blumenschmuck und der Gestaltung von Gärten und Hofgrundstücken sowie  der Landschaftsgestaltung übernimmt der Gartenbauverein die Pflege von öffentlichen Flächen. Vielseitige Beratung auch zum Thema Umweltschutz sind wesentliche vom Verein übernommene Aufgaben.

Zur Zeit hat der Verein 230 Mitglieder.